Eigenfettunterspritzung (Autologes Fett) in Istanbul

Bei der Eigenfettunterspritzung wird an einer unauffälligen Stelle schonend Fett entnommen, aufbereitet und in kleine Kanäle fächerförmig dort eingebracht, wo Volumen fehlt oder die Hautqualität verbessert werden soll. Das Verfahren ist biokompatibel, fühlt sich natürlich an und kann – in Maßen – dauerhaft wirken. Es ist kein Abnehm-Eingriff; die Liposuktion dient ausschließlich der Gewinnung des Transplantats.

Geeignete Areale & Ziele

Im Gesicht nutzen wir Eigenfett für Wangen/Midface, Schläfen, Kinn/Jawline, Nasolabial-/Marionettenbereich, dezent am Unterlid-Wangen-Übergang und – sehr selektiv – an den Lippen. Außerhalb des Gesichts eignen sich Handrücken, einzelne Narbenmulden und qualitative Verbesserungen nach Gewebsverlust. Häufig kombinieren wir Fett mit anderen Eingriffen (z. B. Lid- oder Facelift), weil Form und Hautqualität gleichzeitig profitieren.

Mikro-, Nano- und „klassisches“ Fett – was ist der Unterschied?

  • Makro-/klassisches Fett gibt Volumen und Projektion (z. B. Jochbogen, Kinn).
  • Mikrofett wird feiner verarbeitet, lässt sich mit dünnen Kanülen oberflächennäher platzieren – ideal für Übergänge und Kanten.
  • Nanofett ist stark emulgiert und liefert kaum Volumen, kann aber die Textur positiv beeinflussen (Teint, feine Knitterfältchen).
    Welche Fraktion wir einsetzen, richtet sich nach Areal, Gewebe und Zielbild.
Ablauf, Anästhesie & Aufbereitung

Entnahme meist an Bauch, Flanke oder Oberschenkel unter lokaler Betäubung (Tumeszenz) – auf Wunsch mit Dämmerschlaf; bei größeren Kombinationen auch Vollnarkose. Das Fett wird geschlossen, steril gewonnen und mittels Filtration/Decanting aufbereitet; Öl und Flüssigkeit werden entfernt. Die Injektion erfolgt mit stumpfen Mikrokanülen in feinen Depots und sicheren Ebenen; so entstehen weiche Übergänge ohne „Klümpchen“.

Haltbarkeit – realistisch betrachtet

Ein Teil der transplantierten Zellen etabliert eine neue Blutversorgung und bleibt langfristig, ein anderer Anteil wird in den ersten Wochen abgebaut. Typisch ist ein stabiles Ergebnis nach 3–6 Monaten; je nach Region und Lebensstil bleiben 50–70 % der eingebrachten Menge erhalten – individuelle Schwankung ist normal. Gewichtsschwankungen verändern das Resultat (Zunahme → mehr, Abnahme → weniger Volumen). Manchmal sind Fein­korrekturen in einer zweiten, kleinen Sitzung sinnvoll.

Vorteile & Grenzen

Pro: autolog, natürliches Tastgefühl, kombinierbar mit OPs, auch Texturgewinn möglich.
Contra/Limit: Ergebnis ist nicht auflösbar wie Hyaluron; bei starker Laxität oder sehr präzisen Mini­korrekturen bleibt HA häufig planbarer. Für Hochrisikoareale (z. B. Nase, zentrale Stirn, periorbital sehr oberflächennah) prüfen wir strengere Alternativen.

Sicherheit – ehrlich erklärt

Nach der Behandlung sind Schwellung, Hämatome und ein Spannungsgefühl an Spender- und Empfängerstelle üblich. Selten treten Unregelmäßigkeiten, Ölzysten/Fettnekrosen, Verkalkungen oder Asymmetrien auf. Theoretisch sind Gefäßereignisse möglich – wir minimieren das Risiko durch stumpfe Kanülen, niedrigen Injektionsdruck, sichere Ebenen und konservative Mengen. Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes und große Gewichtsschwankungen verschlechtern die Anwachsrate.

Nachsorge – was Sie beitragen können

Spenderareal mit Kompression versorgen, Empfängerareal nicht drücken. In den ersten 48–72 Stunden kühlen, Sport/Hitze und starke Mimikbelastung pausieren. Rücken-/Seitenlage je nach Region anpassen (Unterlid/Lippen: erhöht schlafen, kein Druck). Proteinreiche Ernährung, Hydratation und Nikotinverzicht fördern die Einheilung. Das Zwischenergebnis zeigt sich nach wenigen Wochen, die Endbeurteilung nach einigen Monaten.

Eigenfett oder Hyaluron? – kurze Orientierung

Eigenfett punktet bei flächigen Volumenverlusten und wenn Sie eine autologe, längerfristige Lösung wünschen – besonders an Wangen, Schläfen, Jawline, Handrücken. Hyaluron ist ideal für millimetergenaue, reversible Korrekturen, z. B. perioral, an kleinen Falten oder wenn später eine OP (z. B. Rhinoplastik) geplant ist. Wir besprechen offen, was in Ihrem Fall sinnvoller ist; manchmal ist die Kombination am besten.

FAQ – Wichtig zu wissen

1Tut die Entnahme weh?
Die Entnahme erfolgt in Lokalanästhesie; Druck ist spürbar, Schmerzen kaum. Ein muskelkaterähnliches Gefühl hält wenige Tage an. Eine Kompressionshose am Spenderareal macht es deutlich angenehmer und reduziert Hämatome.
2Kann Eigenfett „zu viel“ anwachsen?
Das transplantierte Fett lebt und reagiert wie anderes Fett auch. Zunahme vergrößert, Abnahme verkleinert es. Wir setzen maßvolle Mengen und natürliche Verteilungen – Qualität vor Quantität, lieber stufig als einmal „zu viel“.
3Eignet sich Eigenfett unter den Augen?
Nur ausgewählt. Bei Neigung zu Lidödemen oder sehr dünner Haut ist das Risiko für Schwellungen/Unregelmäßigkeiten erhöht. Hier arbeiten wir mikrodosiert oder wählen Alternativen (z. B. sehr weiches HA, Kollagen-Programme).
4Was ist mit Knoten oder Verhärtungen?
Selten, meist nach Überkorrektur, oberflächlicher Platzierung oder Infekt. Wir beugen mit richtiger Schicht, kleinen Depots und aseptischer Technik vor. Treten Knoten auf, behandeln wir sie früh – konservativ oder, wenn nötig, minimalinvasiv.
5Welche Anästhesie ist möglich?
Kleine Gesichtsbehandlungen gelingen in Lokalanästhesie; auf Wunsch mit Dämmerschlaf. Bei Kombi-Eingriffen (z. B. Facelift, Lid-OP) nutzen wir oft Vollnarkose – Sicherheit und Komfort stehen im Vordergrund.